Für viele Christen ist die Offenbarung des Johannes ein reizvolles, aber zugleich auch rätselhaftes Buch. Ihre Zahlen, Bilder und Symbole sind schwer zu deuten, ihre Gerichtsbotschaften erschrecken, ihre Visionen von einer neuen gerechten Welt faszinieren. Bis ins 18. Jahrhundert hinein war die Offenbarung das bekannteste und beliebteste Buch der Bibel. Es hatte große Auswirkungen auf Kunst und Kultur.
Wie ist die Offenbarung entstanden und worum geht es in dem Buch mit den sprichwörtlichen 7 Siegeln (Offb.5, 1)? Der Begriff „Offenbarung“ (griechisch Apokalypse) ist das erste Wort des Buches und hat ihm seinen Namen gegeben. „Offenbarung“ bedeutet „Enthüllung, Aufdeckung, Entdeckung“. Dieses Buch offenbart bzw. entschleiert Jesus Christus in seiner Herrlichkeit. Wahrheiten über Jesus und seinen letztendlichen Sieg, die in der Bibel ansonsten nur angedeutet wurden, werden ausdrücklich und beeindruckend beschrieben. Der Autor, Johannes (Offb.1, 1), ist mit großer Wahrscheinlichkeit der Apostel, der auch das Johannesevangelium geschrieben hat. Er ist inzwischen alt und schreibt dieses Buch wahrscheinlich Anfang der 90er Jahre des ersten Jahrhunderts, als schon alle seine Mitapostel gestorben sind.
Er lebt auf Patmos, einer kleinen Insel im Mittelmehr vor der Westküste der heutigen Türkei (Offb.1, 9). Der Aufenthalt auf der Insel ist aber alles andere als ein Urlaub am Mittelmeer. Der Apostel ist nämlich von den Römer nach einer Folterung auf die Insel verbannt worden, um ihn zum Schweigen zu bringen. Dabei brauchen die Gemeinde am Ende des ersten Jahrhunderts Begleitung, Leitung und Seelsorge ganz nötig, denn Verfolgung, Irrlehre und Oberflächlichkeit bedrohen sie.
In dieser Situation schenkt Gott Johannes durch einen Engel die Offenbarung, die aus Bildern, Botschaften und Visionen besteht. Die ersten Empfänger der Offenbarung sind 7 Gemeinden in der heutigen Westtürkei, die dringend Ermutigung und Hilfe brauchen. Aber die Offenbarung gilt darüber hinaus allen Christen, auch uns heute! In Kapitel 1 Vers 3 heißt es: „Glücklich, wer aus diesem Buch vorliest, und glücklich, wer diese prophetische Botschaft hört und sich danach richtet!“ Deshalb bezeichnet Ulrich Neuenhausen die Offenbarung als „das Buch, das glücklich macht“. Er fährt fort: „Darum geht es in der Offenbarung: Die Sorgen und Ängste, die sich in einer chaotischen Welt auftürmen, die Gedanken um die Gemeinde, die in Ländern wie Deutschland immer schwächer wird, die persönlichen schmerzhaften Erfahrungen, die uns ängstlich machen, die weltweiten Katastrophen, die immer krasser werden, lenken unsere ganze Aufmerksamkeit auf das, was uns Furcht einflößt. Die Offenbarung möchte, dass wir auf Jesus schauen, dass wir das Chaos um uns herum neu verstehen, mit einem anderen Blick sehen, mit Hoffnung und Erwartung, mit neuem Mut und Initiative. Deshalb redet die Offenbarung von Jesus Christus und vom Himmel, immer wieder.“
In den nächsten Wochen werden wir uns in den Predigten im Gottesdienst und auch in den Hauskreisen mit ausgewählten Texten aus der Offenbarung beschäftigen. Seid dabei, seid neugierig und lasst uns neue Entdeckungen in Gottes Wort machen, die uns trösten und neu ausrichten!
Raimund Puy

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