Gemeindebrief Juni 2017

Gemeinsam schlägt einsam

Beispielloser wirtschaftlicher Wohlstand und Sehnsucht nach Selbstverwirklichung haben dazu geführt, dass viele die Welt als Umlaufbahn um das eigene Ego begreifen. Wir leben in der „Ich-Zeit“.
Andererseits sagt uns die Bibel, dass Gott „den Menschen schuf zu seinem Bilde“. Darin liegt die Würde des Menschen begründet. Der Mensch ist Ebenbild Gottes auch dadurch, dass er nicht  namenloser Teil der Masse ist, sondern ein „Ich“ – weil auch Gott ein „Ich“ ist. Aber: Zur Ebenbildlichkeit des Menschen gehört auch das „Wir“. Denn der oben zitierte Bibelvers geht weiter: „Gott schuf sie als Mann und Frau“. Gott setzt die „Ichs“ der Menschen in Beziehung zueinander. Keiner von uns ist für sich alleine Gottes Ebenbild. Zusammen sind wir es.
Das gilt auch für die Gemeinde, die brandneue Gemeinschaft, die Jesus Christus vor 2000 Jahren zu Pfingsten gegründet hat. Die Gemeinde bindet Menschen mit verschiedenen „Ichs“ in einem großen „Wir“ zusammen. Kein Wunder, dass bei der Beschreibung der Gemeinde in Neuen Testament 21-Mal das Wort „einander“ auftaucht: Liebt einander, ertragt einander, vergebt einander!
Dieses „einander“ ist mühsam, anstrengend und manchmal aufreibend. Es bringt mein „Ich“ an seine Grenzen. Aber Gott riskiert das, weil er im „Mit Einander Glauben“ der Gemeinde viel umfassender erfahrbar ist als im Rechthaben des Einzelnen. Der christliche Glaube ist eben kein geistlicher Ego-Trip.
Deshalb sind wir Christen trotz aller Unterschiede immer wieder zum „Mit Einander Glauben“ aufgerufen! Die Gemeinde ist eine wunderbare Erfindung unseres Herrn Jesus Christus. Von der ersten Gemeinde in Jerusalem heißt es: „Was das Leben der Christen prägte, waren die Lehre, in der die Apostel sie unterwiesen, ihr Zusammenhalt in gegenseitiger Liebe und Hilfsbereitschaft, das Mahl des Herrn und das Gebet.“ (Apg.2, 42).
Diesen Zusammenhalt in gegenseitiger Liebe und Hilfsbereitschaft kann man in der Gemeinde erleben – und zwar am besten in einem Hauskreis. Wer einen Hauskreis sucht, wende sich bitte an Raimund Puy oder Anette Bernhardt. Hauskreise sind wichtig – denn „gemeinsam schlägt einsam“!
Raimund Puy
(nach Gedanken von Dr. Jörg Dechert)

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